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ZDF ändert seinen Seriennamen in “Das Traumschiff”


An Weihnachten schippert erstmals Florian Silbereisen als “Traumschiff”-Kapitän über die Weltmeere. Die Besetzung des Schlagerstars war lange umstritten, doch kaum glätten sich die Wogen, sorgt ein neues Detail für Aufsehen. 

Foto-Serie mit 12 Bildern

Ein trällernder Showmaster als Nachfolger von Sascha Hehn, nicht wenige ZDF-Zuschauer sahen schon darin eine rote Linie überschritten. Der künftige “Traumschiff“-Kapitän tritt in große Fußstapfen, wenn er am 26. Dezember erstmals seinen Dienst antritt und nach Antigua schippert. Schließlich war Hehn nicht nur fünf Jahre lang Captain, er erfreute sich auch großer Beliebtheit beim Publikum. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Silbereisen in dem langlebigen ZDF-Erfolgsformat auftaucht: Bereits im Jahr 2017 war er in der Folge “Tansania” als junger Offizier Florian Barner zu sehen. 

Nun firmiert Silbereisen allerdings unter gänzlich anderem Namen beim “Traumschiff”. Laut den ersten ZDF-Mitteilungen wird er den Rollennamen Max Prager tragen, oder doch nicht? Am Donnerstag verschickte der Sender eine neue Ankündigung und ein winziges Detail ließ aufhorchen: Statt Prager heißt Silbereisen plötzlich Parger. Dass es sich um einen Flüchtigkeitsfehler handelt, darf dabei ausgeschlossen werden. Nicht nur in der E-Mail ist der Name geändert, auch überall in der Pressemappe ist nun von “Max Parger” die Rede.

Joko Winterscheidt beim ZDF-“Traumschiff” unter gleichem Namen

Weiteres Indiz einer bewussten Namensänderung: Joko Winterscheidt bekleidet in der Weihnachtsfolge eine Gastrolle und wird in der Besetzungsliste als “Moritz Parger” aufgeführt. Aufgrund einer gewissen Ähnlichkeit der beiden deutschen Entertainer ist anzunehmen, dass Winterscheidt im “Traumschiff” den Bruder von Florian Silbereisen spielt, daher der gleiche, geänderte Nachname. Aber warum dieser Sinneswandel beim ZDF?

Moritz Parger (Joko Winterscheidt) mit einem Auftritt auf der Showbühne beim "Traumschiff" (Quelle: ZDF/Dirk Bartling.)Moritz Parger (Joko Winterscheidt) mit einem Auftritt auf der Showbühne beim “Traumschiff” (Quelle: ZDF/Dirk Bartling.)

Eine mögliche Erklärung liefert der historische Hintergrund von Max Prager. Wie die “FAZ” bereits im Februar dieses Jahres berichtete, gab es schon einmal einen Kapitän namens Max Prager, der “für Deutschland” in See stach. Das ist zwar lange her, aber historisch heikel: Der 1854 in Stettin geborene Prager stand als Kapitän des einstigen Rheindampfers “München” dem Afrika-Forscher Hermann von Wissmann zur Seite, dem späteren Gouverneur Deutsch-Ostafrikas. Neben seiner Tätigkeit als Seemann ging Prager vor allem wegen seiner Verfehlungen als Kolonist in die Geschichtsbücher ein. 

ZDF liefert keine Erklärung 

Er war an der Niederschlagung eines Aufstands der ostafrikanischen Küstenbewohner beteiligt und in seinem 1901 erschienenen Erinnerungsband “Die deutsche Dampfer-Expedition zum Nyassa-See” äußerte sich Prager herablassend über die Einheimischen, die mehr “Erziehung” bräuchten und deren Widerstand “mit Gewalt niedergehalten” werden müsse. “Der Neger”, heißt es an anderer Stelle, “kann es nicht recht einsehen, warum der weiße Mann in Betreff der Reinlichkeit so penibel ist und er so oft bei ertappter Unsauberkeit gescholten wird”.

Kam das ZDF zur Einsicht, dass dieser Name nicht den eigens gewählten Ansprüchen gerecht wird? Der Sender begründete die Namenswahl zuvor damit, dass “er einen positiven und zugleich bayerischen Klang” habe. Eine Anfrage von t-online.de ließ das ZDF bis jetzt unbeantwortet. Den Namen stillschweigend zu ändern, in der Hoffnung, dass es niemand merkt, ist allerdings nicht gelungen. 



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