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Zahn-Gesundheit: Jedes dritte zwölfjährige Kind hatte Karies

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Ein Drittel der Zwölfjährigen in Deutschland hat bereits Karies im bleibenden Gebiss. Bislang war man davon ausgegangen, dass es nur etwa jeden Fünften betrifft. Somit wurde Karies bei Kindern deutlich unterschätzt. Das geht aus dem aktuellen Barmer-Zahnreport hervor.

Demnach wurde im Jahr 2018 bereits bei 33 Prozent der Zwölfjährigen, also bei rund 240.000 Kindern, Karies behandelt. Um die Zähne der Kinder ist es also deutlich schlechter gestellt als bislang gedacht. Für die Untersuchung hatten Experten Abrechnungsdaten der Barmer aus den Jahren 2010 bis 2018 ausgewertet.

“Zahnpflege darf nicht erst im bleibenden Gebiss beginnen, sondern sollte schon bei den Milchzähnen zur täglichen Routine gehören. Dass hier offenbar deutliche Defizite bestehen, zeigt unser Zahnreport sehr eindrücklich”, sagte Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. “Das beste Mittel gegen Karies ist immer noch die Prävention. Dazu gehören neben der täglichen Zahnhygiene wie Zähneputzen auch die regelmäßigen Zahnarztbesuche. Doch daran scheint es zu hapern.”

Andere Studie zeigt deutlich weniger Karies

Bislang basierten die Einschätzungen zur Verbreitung von Karies in Deutschland vor allem auf der Deutschen Mundgesundheitsstudie, für die das Institut der Deutschen Zahnärzte regelmäßig Menschen aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen befragt und untersucht. Für die aktuellste Auflage wurden zwischen 2013 und 2014 Daten von insgesamt 4600 Menschen erfasst.

Diesen Ergebnissen zufolge hatten bislang nur 19 Prozent der Zwölfjährigen Karies an den bleibenden Zähnen, rund jedes fünfte Kind. Die Zahl liegt deutlich niedriger als die der aktuellen Barmer-Auswertung, laut der rund jeder dritte Zwölfjährige betroffen ist. Dass die Zahlen so weiter auseinanderklaffen, erklären die Forscher im Barmer-Zahnreport vor allem mit dem unterschiedlichen Aufbau der Untersuchungen.

Der Barmer-Report basiert ausschließlich auf Daten der dort Versicherten. Dadurch repräsentiert er zwar keinen Querschnitt der deutschen Bevölkerung, enthält aber eine enorme Datenmenge. Bei der Krankenkasse waren 2018 mehr als neun Millionen Menschen und damit rund zehn Prozent der deutschen Bevölkerung versichert.

Als von Karies betroffen galt bei der Barmer-Untersuchung jedes Kind, bei dem ein Zahnarzt eine Füllung, Wurzelbehandlung oder sogar das Ziehen eines Zahns abgerechnet hatte. Unter die 33 Prozent fallen demnach nur Kinder, bei denen Karies behandelt wurde. Da es wahrscheinlich auch erkrankte, nicht behandelte Kinder gibt, könnte die Zahl der tatsächlich Betroffenen sogar noch höher liegen.

Die deutlich niedrigere Zahl aus der Deutschen Mundgesundheitsstudie hingegen stützt sich auf Befragungen und Untersuchungen von Kindern, die so ausgewählt wurden, dass sie den Durchschnitt der deutschen Bevölkerung repräsentieren.

Denkbar sei, dass die Zahnärzte bei den Untersuchungen Versiegelungen der Backenzähne nicht als Karies bewerteten, obwohl damit bereits kleine, oberflächliche Löcher verschlossen wurden, heißt es im Barmer-Report. Ebenfalls möglich sei, dass Füllungen aus zahnfarbenem Material übersehen wurden. Dies könnte die unterschiedlichen Ergebnisse zumindest teilweise erklären.

Kinderzähne sind besonders kariesanfällig

Neben den Löchern in bleibenden Zähne zeigen die Barmer-Daten auch ein deutliches Kariesproblem bei Milchzähnen. Betrachteten die Experten Milchzähne und bleibende Zähne zusammen, hatten nur 38 Prozent der versicherten Kinder im Alter von zehn Jahren noch keine Erfahrung mit Bohrer oder Zange gemacht, heißt es in dem Report. Auch bei Milchzähnen kann Karies langfristig zu Schäden führen, indem es etwa die Menge schädlicher Bakterien im Mund erhöht und das Kariesrisiko auch für zukünftige, bleibende Zähne steigert.

Karies entsteht durch Bakterien, die im Mund leben und Zucker zersetzen. Dabei ernähren sie sich nicht nur vom Haushaltszucker aus Schokolade und Eis, auch Fruchtzucker, Milchzucker oder Traubenzucker kommen ihnen zugute. Das Problem: Beim Abbauen des Zuckers produzieren die Bakterien Säure, die den Zahnschmelz angreift, das Schutzschild der Zähne. In einem ersten Schritt kommt es nur zu kleinen Lücken, aus denen sich schließlich Karies entwickeln kann.

Kinder sind dabei stärker gefährdet als Erwachsene, schreibt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung. Da der Zahnschmelz bei ihnen noch nicht komplett ausgereift ist, kann er leichter angegriffen werden. Dies gilt sowohl für Milchzähne als auch für die bleibenden Zähne innerhalb der ersten drei Jahre nach Durchbruch, erst dann ist der Zahnschmelz voll widerstandsfähig.

Fluorid ist ein Mittel, das sowohl Kinder- als auch Erwachsenenzähne besonders wirksam vor Karies schützt. Zahnschmelz ist aufgebaut wie ein Gitter, in dessen Lücken Mineralien eingebaut sind. Durch die Säure werden die Mineralien aus dem Gitter gelöst, es entsteht eine Lücke, der Zahn wird angreifbar. Fluorid schützt davor, indem es sich in entstandene Lücken einlagert. Außerdem erleichtert es den Einbau von Mineralien und legt sich wie ein Film schützend auf die Zähne.

Bis sechs Jahre sollten Kinder noch eine Zahnpasta mit einem reduzierten Fluoridanteil nutzen. Sonst besteht die Gefahr, dass sich das Spurenelement während der Bildung der Zähne im Kiefer im Zahnschmelz ansammelt und weiße Wolken oder feine Linie auf den Zähnen hinterlässt. Ein rein kosmetisches Problem. Ab sechs Jahren ist diese Gefahr gebannt, dann können auch Kinder die Fluorid-Zahnpasta für Erwachsene nutzen.

Zähneputzen: Beim ersten Zahn beginnen

Zahnärzte empfehlen, bereits beim Durchbruch des ersten Zahns mit der Zahnpflege zu beginnen. Ab ungefähr drei Jahren können Kinder lernen, selbst zu putzen. Allerdings sind sie in der Regel erst mit Beginn der Schulzeit ab einem Alter von etwa sechs Jahren motorisch dazu in der Lage, ihre Zähne komplett selbstständig zu pflegen. Mindestens bis zu diesem Zeitpunkt müssten Eltern noch kontrollieren und täglich nachputzen, schreibt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung.

Ebenfalls wichtig ist, Pausen zwischen Mahlzeiten einzuhalten. In dieser Zeit können die Zähne herausgelöste Mineralien aus dem Speichel wieder in den Zahnschmelz einzubauen. Vor allem auf süße Zwischenmahlzeiten sollten Eltern möglichst verzichten.

Icon: Der Spiegel

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