Nachrichten-Portal

“MSC Zoe”-Container: Schlechtes Wetter verhindert Bergung


Alles ist vorbereitet, doch das Wetter im Nordseeraum spielt einfach nicht mit. Darum wurde die Bergung der Container der havarierten “MSC Zoe” verschoben – frühestens am Montag kann es losgehen.

Von Ralf Lachmann, ARD-Studio Kleve

Das Wattenmeer ist nicht besonders tief. Stellenweise kaum wenige Meter, maximal geht es im Schnitt etwa 30 Meter runter – bis zum Meeresgrund. Technisch sei die Bergung deshalb weniger ein Problem, sagt Edwin de Feijter von der niederländischen Wasserbaubehörde Rijkswaterstaat. “Das geht eigentlich ziemlich simpel. Schiffe mit Kränen hieven die Container raus. Beschädigte, also eingedrückte lassen sich mit einem Greifer packen. Ansonsten wird ein Stahlseil darumgelegt, um sie aus dem Wasser zu ziehen.”

Schiffe und Bergungsteams seien jetzt einsatzbereit. Aber das Wetter müsse mitspielen. Davon hänge auch ab, wann genau die Bergungsaktion beginnen könne und wie lange sie sich insgesamt hinziehen wird, so de Feijter. 270 Container sind versunken. “Das kann in der Tat noch Wochen und Monate dauern”, sagt der Experte von der Wasserbaubehörde. “Es hängt von vielen Faktoren ab: von der Witterung, von der Sicht, von der Höhe der Wellen. Wenn wir Glück haben und das Meer bleibt mal eine Zeit lang ruhig, könnte durchgearbeitet werden.”

Zuerst Wasserwege sichern

Als erstes sollen Container aus dem Wasserweg nahe der deutschen Küste weggeräumt werden. Sie stellen gefährliche Hindernisse dar. Zunächst solle ein erstes Versuch starten, die Wellen seien hoch, deshalb sei fraglich, ob es gelingen wird, so de Fejeter: “Wir beginnen vor der Emsmündung. Da liegen ein oder zwei Container, die dem Schiffsverkehr im Weg liegen.” Danach soll die niederländische Hafenstadt Eemshaven wieder gefahrlos erreichbar sein.

Von dort wollen sich die insgesamt drei Bergungsschiffe dann Richtung Wattenmeer-Inseln und offener Nordsee weiter vorarbeiten. Man habe eine Prioritätenliste erstellt. “Vorrang hat das Gebiet oberhalb der Emsmündung”, so de Feijter. “Also die Fahrrinne Richtung der Wattenmeer-Inseln. Da räumen wir zuerst auf. Ein ziemlich großes Gebiet. Danach geht es anderswo weiter, wo es nicht so dringlich ist.”

Offenbar keine weiteren Container geplatzt

Aber Ziel bleibt, alle Container und allen Abfall zu 100 Prozent herauszuholen. Erleichtert ist der Mann von der Wasserbaubehörde, dass das stürmische Wetter nicht noch mehr Unheil angerichtet hat. Kameraaufnahmen von Drohen zeigten, dass vorerst keine weiteren versunkenen Container aufgeplatzt seien. “Wir haben ein ziemlich großes Gebiet inspiziert. Und haben glücklicher Weise festgestellt, dass durch das Sturmtief nicht neuer Abfall dazugekommen ist. Das ist schon Mal positiv.”

Das Gröbste an den Küsten der Inseln von Texel bis Schiermonnikoog ist inzwischen eingesammelt. 1,2 Millionen Kilogramm Unrat – das entspricht 70 Lkw-Ladungen – kam zusammen. Bevor alles in der Müllverbrennungsanlage in Harlingen vernichtet wird, muss noch jede Menge Sand runter, erzählt Jan Hofman vom Recyclinghof: “Durch Vorsortieren und Sieben trennen wir den Abfall vom Sand. Metall holen wir extra raus. Alles Übrige geht in den Restmüll.”

Fischer passen auf

Sobald auf hoher See die Bergung beginnt, sind auch Berufsfischer mit im Einsatz. Jedesmal, wenn dort ein Container hochgehievt wird, überwachen die Fischer die Aktion. Sollte dabei einer aufplatzen, bergen sie die Fracht, bevor alles versinkt oder lose auf dem Meer treibt. Die Bergungskosten, mehrere Millionen Euro, zahlt die verantwortliche Rederei Mediterranean Shipping Company, kurz MSC. Von einem ihrer Frachtschiffe waren kurz nach Neujahr die Container bei schwerem Seegang ins Meer gestürzt.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 12. Januar 2019 um 15:39 Uhr.



Source link

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *