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Junge Union stimmt für Urwahl: Die Revolution


Beim Deutschlandtag der Jungen Union sprach sich eine Mehrheit für eine Urwahl bei der Kanzlerfrage aus – eine Revolution, und ein Affront gegen Kramp-Karrenbauer.

Ja, Tillmann Kuban, der Vorsitzende der Jungen Union wurde nicht müde, zu betonen, was die JU auf ihrem Deutschlandtag alles inhaltlich vorhatte. 500 Anträge insgesamt. Und doch war da dieses eine Thema, diese eine Frage, die die Kuban sebst ja medienwirksam gestellt hatte.

Oder anders – und in diesem Fall wohl treffender – formuliert: Ob die Junge Union für eine Urwahl des Kanzlerkandidaten oder der Kanzlerkandidatin ist. Eigentlich nichts weniger als eine Revolution bei der Union und für viele nichts weniger als ein Affront gegen die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Die ja traditionsgemäß ein Vorgriffsrecht hat auf die Kandidatur hat.

Merz wird gefeiert

Es war nicht der einzige potenzielle Affront Richtung Parteivorsitzende. Schließlich war da ja auch noch Friedrich Merz. Ausgerechnet Friedrich Merz, im Dezember noch gegen Kramp-Karrenbauer im Kampf um den Parteivorsitz unterlegen. Eingeladen nicht nur zum Besuch, sondern von Kuban gleich zur Rede vor den Unions-Nachwuchs gebeten. Der begrüßte ihn mit minutenlangem Applaus, vor allem aus Merz mitgliederstarkem Heimatverband Nordrhein-Westfalen.

Seine Rede war anfangs zurückhaltend, nur kein Vorpreschen, das als eigene Ambition auf die Kanzlerkandidatur verstanden werden könnte. Aber am Schluss dann doch zumindest ergebnisoffen.

Mehrheit für Urwahl bei Kanzlerfrage

Ohnehin steht dieser Deutschlandtag im Schatten der Personaldebatten. Sprechen doch neben Merz und Kramp-Karrenbauer, die erst am Sonntag auftritt, auch sämtliche andere tatsächliche und potenzielle Kandidatenkandidaten, von Spahn über Söder bis Laschet. Und – geht es nach der JU, sind die nicht wie sonst als Entscheidung der Parteispitze, sondern per Urwahl zu bestimmen. So das deutliche Votum der JU.

Kuban selbst hielt sich zurück, sprach nicht zum Thema, das übernahmen andere. Allerdings nicht alle in der Partei teilen die Meinung des Nachwuchses. Gerade die Parteispitze zeigt sich zurückhaltend beim Thema. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans warnt eher vor einer Urwahl.. Ohnehin muss erst noch der Parteitag der Mutterpartei im November in Leipzig darüber entscheiden. Das ist längst nicht garantiert, ist allerdings angesichts des Votums der Jungen Union nicht unbedingt unwahrscheinlicher geworden. Karrenbauer geht zumindest nicht gestärkt aus diesem ersten Tag des Deutschlandtags hervor.



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