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Hyalomma in Siegen: Riesenzecke infiziert Pferdewirt mit Fleckfieber




Erstmals soll in Deutschland ein Mensch durch den Stich einer tropischen Riesenzecke an Fleckfieber erkrankt sein. In der Zecke, die den Mann gestochen hatte, ist der betreffende Erreger nachgewiesen worden, teilte die Universität Hohenheim in Stuttgart mit.

Ein Pferdehalter aus dem Raum Siegen (Nordrhein-Westfalen) hatte sich Ende Juli durch eine Hyalomma-Zecke mit der Krankheit angesteckt. Er konnte erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden.

Zahl deutlich gestiegen

Hyalomma-Zecken stammen aus den Trocken- und Halbtrockengebieten Afrikas und Asiens. Doch auch in Südeuropa ist sie heimisch und hat sich von Spanien über Italien bis zur Türkei ausgebreitet. Von den hiesigen Zecken wie etwa dem Gemeinen Holzbock kann man sie leicht unterscheiden: Sie sind mit bis zu zwei Zentimetern Länge wesentlich größer und haben auffällig gestreifte Beine.

Die Zahl gefundener Hyalomma-Zecken ist in Deutschland in den vergangenen Monaten und im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. “2019 haben wir zusammen bis jetzt schon 50 Exemplare in Deutschland gefunden. Letztes Jahr waren es insgesamt 35”, sagte Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim. Von den 2019 gefundenen Exemplaren trägt laut Mackenstedt fast jedes zweite den Fleckfieber-Erreger in sich. Erstmals konnten nach Einschätzung der Experten in diesem Jahr Hyalomma-Zecken in Deutschland auch überwintern.

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Ursache für Zecken-Fleckfieber ist das Bakterium Rickettsia aeschlimannii, das zu einem fieberhaften Infekt mit Kopf- und Muskelschmerzen sowie extremen Gelenkschmerzen führt. Infizierte fühlen sich zudem oft so, als würden sie verbrennen. Typisch für die Erkrankung ist der Hautausschlag, der dem Fleckfieber den Namen gibt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist Zecken-Fleckfieber in Deutschland höchst selten. In den vergangenen Jahren habe es nur vereinzelte Fälle gegeben, alle Betroffenen hätten sich im Ausland angesteckt.

“Wir wissen jetzt nicht nur sicher, dass die Hyalomma-Zecke auch Menschen sticht”, sagte Mackenstedt. “Nun ist auch deutlich, dass eine Übertragung des Zecken-Fleckfiebers durch die Tiere möglich ist.” Eine Ansteckung ist allerdings nur möglich, wenn die Tiere zuvor an einem mit den Erregern infizierten Organismus Blut gesaugt haben.

Der Fall des Pferdehalters aus dem Sauerland wird offiziell als Verdachtsfall behandelt, weil es nicht möglich war, den Erreger direkt am Patienten nachzuweisen. “Die Behandlung stand einfach an erster Stelle”, sagte Gerhard Dobler, Mediziner am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München. “Doch der unmittelbar vorausgegangene Zeckenstich, die typischen Symptome und vor allem der Nachweis des Erregers in der Zecke lassen keinen anderen Schluss zu, als dass es sich bei dem Fall um Zecken-Fleckfieber handelte.”

“Sie merken, wenn sie auf Ihnen herumlaufen”

Die Hyalomma-Zecken können auch gefährlichere Erreger übertragen, darunter jenes Virus, das das Krim-Kongo-Fieber verursacht, das mit schweren Blutungen einhergehen kann. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 18 Exemplare der Hyalomma-Zecke aus acht Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein) eingeschickt und untersucht, weitere 17 Zecken waren auf Grund von Bildern eindeutig als Hyalomma-Zecken zu erkennen gewesen. Keine der untersuchten Zecken trug den Erreger des Krim-Kongo-Hämorrhagischem Fiebers in sich.

Doch auch der in Deutschland heimische gemeine Holzbock ist nicht ungefährlich. Die von ihm übertragenen Erreger können Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) auslösen. Während sich der Holzbock oft unbemerkt am Körper einnisten, ist der Angriff der Hyalomma-Zecke klar zu spüren, sagt Expertin Mackenstedt: “Sie ist ja deutlich größer. Das merken Sie, wenn die auf Ihnen herumläuft.”



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