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Corona-Krise: Linke fordert eigenes Kontingent an Schutzausrüstung für Altenheime



Seit Beginn der Coronakrise ist die Bundesregierung mit der Beschaffung von Schutzkleidung beschäftigt. Dem Bundesgesundheitsministerium sind dazu nach SPIEGEL-Informationen insgesamt 12,7 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt worden. Die Schutzausrüstung soll nach einem Bevölkerungsschlüssel an die Bundesländer verteilt werden.

486 Millionen Schutzmasken aller Typen wurden bereits zentral beschafft, darunter 187 Millionen besonders schützende FFP2-Masken, dazu 75 Millionen Einmal-Handschuhe. Sie werden über Logistiker an die Länder und Kassenärztlichen Vereinigungen verteilt. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Die Linken sehen darin ein Problem. Denn die Quote der Menschen mit Pflegebedarf pro 100.000 Personen der Bevölkerung ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Und es sind vor allem Pflegebedürftige und ihre Pflegefachpersonen, die während der Pandemie besonders gefährdet sind.

Wie unterschiedlich sie in den Bundesländern verteilt sind, zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

So hat etwa Bayern bei 3081 Menschen mit Pflegebedarf pro 100.000 Personen die geringste Quote, während vor allem viele Ost-Länder besonders hohe Quoten aufweisen. Allen voran Mecklenburg-Vorpommern – mit 5651 Pflegebedürftigen pro 100.000 Einwohnern hat das Bundesland die höchste Quote in Deutschland.

Bundesländer mit vielen Pflegebedürftigen seien somit im Nachteil, argumentiert die Linke. “Die Leidtragenden sind vor allem die in der Pflege Arbeitenden sowie die Menschen mit Pflegebedarf selbst”, sagt die pflegepolitische Sprecherin der Fraktion, Pia Zimmermann.

Stattdessen schlägt sie vor, vor der Verteilung des Schutzmaterials an die Bundesländer ein Kontingent für die Altenpflege zu reservieren. Dieses sollte dann entsprechend der Menschen mit Pflegebedarf an die Bundesländer verteilt werden.  

Pflegekräfte infizieren sich besonders häufig mit dem Coronavirus

Nicht nur in Altenheimen ist die Gefahr einer Ansteckung erhöht: Ärzte und Pflegefachkräfte infizieren sich insgesamt über­durch­schnitt­lich häu­fig mit dem Co­ro­navi­rus. Laut Robert Koch-Institut (RKI) haben sich bislang 20.000 Mit­ar­bei­ter aus Kli­ni­ken, Pra­xen, Ret­tungs­diens­ten oder Pfle­ge­hei­men mit Sars-CoV-2 infiziert – umgerechnet machen sie elf Prozent aller Infektionen aus.

Dennoch mangelt es in vielen Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen noch an Schutzmasken, Kitteln, Visieren oder Handschuhen. Bei einer Umfrage des Ärz­te­ve­bands Mar­bur­ger Bund gaben 38 Pro­zent der Be­frag­ten an, nicht ge­nü­gend Schutzmasken zu haben.

Einige Hausärzte haben deshalb in Deutschland vor Kurzem eine Petition gestartet. Auf Fotos in ihren Praxen demonstrieren sie nackt für mehr Schutzkleidung. “Wir konnten uns nicht vorbereiten”, schreiben sie dort. “Wir sind an vorderster Front.”

Icon: Der Spiegel



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